Philip Veit:
Germania für die Nationalversammlung, 1848


Anton von Werner
"Germania" aus der Vorlage für das Mosaik, 1873


Friedrich A. von Kaulbach
"Germania 1914"

Als Germania galt den antiken Geschichtsschreibern alles was nördlich der Alpen lag. Der Begriff taucht durch die Jahrhunderte immer wieder auf und bezeichnet den nördlichen Teil des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation. Schon seit dem Mittelalter werden Länder gern als Personen gezeichnet. Ihre politische Bedeutung erhält Germania allerdings erst mit Beginn des 19. Jahrhunderts. Die Nationalbewegung benutzt sie als abstrakte Staatsfigur, die alle konkreten Herrscherfiguren ablöst. So wie in Frankreich die Herrscherbildnisse der Bourbonen durch Marianne, die französische Nation, abgelöst werden, soll das Bild der Germania alle deutschen Fürsten unter den Oberbegriff der Nation vereinen. Wie die Viktoria erscheint auch sie unmittelbar nach den Befreiungskriegen von 1814 und begleitet die Nation bis zum Ende des Kaiserreiches. Als Sinnbild der Nation mit Brustharnisch und Schwert geht sie im Ersten Weltkrieg unter. Übriggeblieben von ihr ist nur ihr Dekor vor 1850, die Schwarz-Rot-Goldene Fahne.