Friedrich Drake
"Victoria"
1873

Christian Daniel Rauch
"Friedenssäule"
1843 (Mehringplatz)

Franz Gerhard von Kügelen:
"Allegorie auf den Sieg"
um 1816 (DHM)

Viktoria ist der Name der Siegesgöttin aus der römischen Mythologie. Sie ist verwandt mit ihrer griechischen Schwester, der Nike. Beide sind beflügelt. Am bekanntesten ist die Nike von Samothrake aus dem 2. Jahrhundert vor Christi. Bis sie zu einer Berliner Viktoria wurde, vergingen viele Jahrhunderte. Erst nach den Befreiungskriegen finden wir sie in Berlin. Die Göttin des Friedens, die den Triumphwagen auf dem Brandenburger Tor führt, erhielt 1814 ein Siegeszeichen in ihrer Hand, in dem das von Karl Friedrich Schinkel entworfene Eiserne Kreuz eingesetzt wurde. Damit war sie zu einer Viktoria erklärt worden. Im Gebälk, unterhalb des Giebels der Neuen Wache von Schinkel (1816 - 1818), finden wir sie wenig später in acht kleinen Variationen von Gottfried Schadow. In Erinnerung an den Sieg der Belle Alliance bei Waterloo (1815) wurden weitere Viktorien in Berlin um 1840 von Rauch geschaffen. Eine von ihnen steht noch heute auf dem Mehringplatz beim Halleschen Tor, eine andere beim Schinkel Pavillon im Charlottenburger Schloßpark. Beide zeichnet aus, daß sie auf Säulen stehen. Sie waren Vorbild für die Siegessäule. An prominenter Stelle in Berlin stehen vier weitere Viktorien auf der Schloßbrücke zwischen Zeughaus und Lustgarten. Der Bildhauer Friedrich Drake hatte eine dieser Viktorien um 1850 geschaffen. Er sollte zwanzig Jahre später die größte Viktoria in Berlin für die Siegessäule entwerfen